Paris! Stadt der Liebe!   Teil 1

»Um Liebe zu finden, klopfe nicht an jede Tür. Wenn deine Stunde kommt, wird sie in dein Haus kommen, in dein Leben, in dein Herz«  Bob Dylan

Ihr Name war Nina und vor ein paar Jahren hatte sie Schulden und die Vierzig im Nacken. Plötzlich war sie alleine und sah die Zukunft nur in Grautönen.

»Kann ich mich wieder verlieben, oder noch jemanden fürs Leben finden? Aber wie? Wo? Die Zeiten, als mich Jungs auf der Straße ansprachen, waren schon lange vorbei…«, fragte sie sich vor dem Spiegel.

Sie verbrachte gerade viel Zeit mit ihrer besten Freundin Susi. Sie weinte an ihrer Brust und kaute ihr die Ohren ab, dafür weckte Susi in ihr den Glauben, dass es für Liebesglück, nie zu spät wäre.»Du brauchst nur danach zu greifen«, sagte sie.

Nina beschloss, ihre ›andere Hälfte‹ im Internet zu suchen, und meldete sich auf einem Dating-Portal an. Auf einem ›für Leute mit Ambitionen und Niveau‹. Enttäuschung war jedoch groß, denn dort traf sie langweilige Philosophen, ein paar, die nur am virtuellen Sex interessiert waren und einige völlig durchgeknallte Typen ...

»Verdammt! Melden sich denn hier auch mal paar interessante Typen an? «Nina packte der Frust. Nach ein paar Wochen der Suche hatte sie genug vom Geschwafel über Banalitäten und von Anmache auf Kindergartenniveau. Dann kam ... ER!

»Er ist es! Intelligent, sensibel und gut aussehend! «, rief sie begeistert. Auf dem Foto schaute sie ein interessanter Mann mit schönen blauen Augen, goldblondem lockigen Haar und sinnlichen Lippen ... an.

Schnell tauschten sie ihre Telefonnummern aus und sie lernte sein weiteres Highlight kennen: Er hatte eine fabelhafte sanfte Stimme ... Sie telefonierten zwei Monate lang miteinander. Jeden Tag. Und sie hat sich in ihn verliebt. Auch, wenn es lächerlich war, sie hat Feuer gefangen …

 

»Endlich! Ich habe das gefunden, wonach ich suchte! «, dachte sie… Es gab nur einen Haken – der ›Liebste‹… lebte in Paris. Er war Architekt. Zum Glück schlug er ein romantisches Date unter dem Eiffelturm vor. »Was denkst du? Soll ich fahren? «, hatte sie Susi gefragt.

»Wenn er ein Psychopath wäre, würdest du das schon längst gemerkt haben«, sagte sie nach einem Moment des Nachdenkens. 

»Ihr hängt schon so lange an der Strippe… Fahr, aber sei vorsichtig! Meide Orte, an dem sich keine Menschen aufhalten «, warf sie noch ein.

In der Nacht vor der Abreise hatte Nina kaum geschlafen. Sie hatte das Gefühl, jetzt fängt für sie ein neues Leben an…, an der Seite eines Super-Typen…, in einer romantischen Stadt ... Sie war sich sicher, dass in Paris ihr größtes Liebesabenteuer aller Zeiten, auf sie wartet.

 

»Pass auf dich auf«, brachte Susi Nina wieder auf den Boden, » gib sofort Bescheid, wie und was«, ermahnte sie.

 

»Hör zu, wir verabreden einen Code«, antwortete Nina, »wenn ich dir ein Text mit der Nummer 1 schicke, bedeutet das, dass er der zweite George Clooney ist, und ich bin happy. Mit der 2: Clint Eastwood – interessant und männlich. Mit der 3: Woody Allen – lustig und ok. Mit der 4: Mix aus Allen und Eastwood – lustig, und obwohl er Hosen zu hoch trägt, bleibe ich, aber bei 5 – nehme ich Reißaus. «

 

»Ha, ha, ha! Okay«, amüsierte sich Susi.

 

P S ... wie: Paris Surprise

 

Völlig ›im 7. Himmel voller Geigen‹ kam sie in Paris an. Hier erreichte sie Susis SMS:

 

»Ich habe ›sein‹ Foto auf dem Portal gefunden. Er hat es mit ›Mann, jung und sexy ‹ unterschrieben. Den brauchst du am Flughafen nicht suchen! «

Nina überlegte fieberhaft, ob sie stehenden Fußes weglaufen sollte, oder bleiben ... um ›Paris sehen und sterben‹…?

 

»Ich bleibe! «, beschloss sie. Mit zitternden Knien verließ sie den Flughafen. Plötzlich kam ein Mann um die Ecke. Eher klein und stämmig und ... viel älter.

 

»Hilfe! SOS! Das kann er doch nicht sein?! «, schrie ihr Herz, » wo zur Hölle ist mein Märchenprinz?!!! «

Sie nahm das Handy, um Susi zu berichten:

 

»SOS... Schlimmer… viel schlimmer als 5!!! Rückflug buchen!!! Sofort!!!«

»Der Betrüger hat mich sofort erkannt… Klar! Ich, dumme Kuh, habe mein echtes Bild auf dem Portal gepostet!« fiel es Nina wie Schuppen von den Augen.

 

»Willkommen in Paris«, vernahm sie die, ihr so bekannte, warme Stimme, » Nina? Ich bin Jean ...«

 

»Jean?! Nicht Paul?! «, fragte sie entrüstet, »Du hast dich gänzlich selbst erfunden?! Anderes Gesicht, anderer Name ...«

 

»Ich sehe, du bist sehr enttäuscht«, antwortete er fast flüsternd.

 

»Mehr als das!! Sehr viel mehr! «, feuerte sie wütend zurück.

Er hatte nichts an sich, auch, wenn er netten Eindruck machte. Er bot Nina Paris zu zeigen, weshalb sie doch zustimmte noch zu bleiben. Das war besser, als sinnlos auf den nächsten Flug zu warten.

»Das Monster wird mich doch nicht fressen? «, dachte sie, »… aber wenn ich schon hier bin, werde ich zumindest ein paar Orte und Sehenswürdigkeiten sehen, von denen ich schon immer geträumt habe: charmante Cafés, den Eiffelturm, den Platz-Pigalle und die berühmten Champs-Élysées … Einfach wunderschön … dieser Flair ...«

Als sich ihre Nerven etwas beruhigt haben, fragte sie Jean, warum er sie angelogen und sie in Unkosten gestürzt hatte. Und, ob er sie verspotten wollte?

Von einem auf den anderen Moment, mutierte der nette ältere Herrn, zu einem Tier. Er fing an zu schreien, sie auf das Schlimmste zu beschimpfen und sie rum zu schupsen ...

»Ist er verrückt geworden? Wo bin ich da rein geraten? « Nina wollte sofort fliehen, aber ihr Koffer steckte im Kofferraum seines Wagens ... Sie versuchte ihn irgendwie zu beruhigen.

 

»Sei nicht verärgert… Ich wollte nur die Wahrheit wissen. Ich bin überrascht, dass sich so ein attraktiver Mann unter einem zufälligen Foto und anderem Namen versteckt«, log sie, was das Zeug hielt. Sie hielt ihn für einen schwer Gestörten und hatte das Gefühl, sie muss ihn, wie ein rohes Ei behandeln. Verzweifelt dachte sie über ein Gesprächsthema nach, das ihr erlaubte, die Zeit bis zum Abflug ruhig zu verbringen. Susi buchte ihr ein Ticket erst für den Abend. Nina bemühte sich deshalb ihn nicht zu reizen. Sie habe erfahren, dass in Paris viele alte Häuser renovierungsbedürftig sind. Er ist doch angeblich Architekt, das war ein gutes Gesprächsthema. Ja ... Drei Stunden lang sprachen sie über Beton, Putz, Abflussrohre und andere interessante Geschichten von der Baustelle. Sie war erleichtert, als er sie, ohne Murren, endlich zum Flughafen fuhr und ihr schließlich das Gepäck aushändigte ...

Fortsetzung Teil 2 ...

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